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Der Abverkauf geht weiter
Das Tlapa-Haus in Wien ist mit einer Bewertung von 65 Millionen Euro das größte Objekt im LLB Semper Real ­Estate. Derzeit läuft die Suche nach einem ­Käufer.
© Fotostudio Stefan Baumann, www.studiobaumann.com

Offene Immobilienfonds

Der Abverkauf geht weiter

Anleger haben fast fünf Milliarden Euro aus heimischen Immobilienfonds abgezogen. Die Fonds müssen deshalb laufend Immobilien verkaufen. Was das für Anleger bedeutet, die nicht aussteigen möchten. Plus: wie die Abwicklung des im Vorjahr geschlossenen Fonds LLB Semper Real Estate vorankommt.

Von Robert Wiedersich

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02.06.2026
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Es ist noch nicht lange her, da wurden Immobilienfonds von Anlegern regelrecht mit Geld überflutet. Das war in den Boomjahren des Immobilienmarkts bis Anfang 2022. Einige Fonds wie jene der Erste Bank mussten sogar die Annahme neuer Gelder stoppen, da man die Mittel nicht schnell genug in passende Immobilien investieren konnte. Die Fonds wurden in Zeiten der Nullzinsen teilweise als Sparbuchersatz genutzt, obwohl sie als langfristiges Investment dafür nie gedacht waren. 

Seit 2023 hat sich die Situation völlig gedreht. Da man die Anteile an offenen Immobilienfonds täglich zum aktuellen Wert ohne Kündigungsfrist an die Fondsgesellschaft zurückgeben kann, ist ein schneller Ausstieg möglich. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Plötzlich gab es wieder Zinsen bei anderen Anlageformen, gleichzeitig schwächelte der Immobilienmarkt. Anleger begannen, ihr Geld nun rasant abzuziehen, um es in höher verzinste Produkte zu stecken. So wurden z. B. Wohnbauanleihen zu einer Konkurrenz. Auch gebundene Sparprodukte oder die Bundesschätze der Republik können wieder mit den Immofonds mithalten. Diese liefern zwar stabile, aber nicht besonders hohe Renditen. Langfristig kann man eine Verzinsung im Bereich von zwei Prozent erwarten. 

Von den fünf heimischen Fonds schafften vier eine positive Rendite (siehe ganz unten “So viel Rendite erzielen heimische Immobilienfonds”). Einzig der gerade in Abwicklung befindliche Gewerbeimmobilienfonds LLB Semper Real Estate ist auch langfristig im Minus.

Müssen die Fonds jetzt ihre besten Immobilien verkaufen?

Obwohl sich der Immobilienmarkt seit dem Vorjahr merklich erholt, geht der Abfluss der Anlegergelder weiter. Allein heuer waren es über 400 Millionen Euro. Da hilft es auch nicht, dass die Fonds großteils über gut vermietete Häuser verfügen, die von großen Wertverlusten verschont blieben. Die beiden Marktführer Real Invest Austria der Bank Austria und Erste Immobilienfonds der Erste Bank investieren überwiegend in Wohnimmobilien in Österreich, die von der hohen Nachfrage nach leistbaren Mietwohnungen profitieren.

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