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Wenn das Smartphone zum Spielzeug wird
Smartphones sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Für Kinder kann deren Nutzung allerdings problematisch sein.
© Yuliia Kaveshnikova – GettyImages.com

Gesundheit

Wenn das Smartphone zum Spielzeug wird

Digitale Geräte wie Tablet oder Smartphone sind längst Teil der kindlichen Lebenswelt. Doch welche Auswirkungen 
hat die frühe Nutzung auf Entwicklung, Gesundheit und Sozialverhalten?

Von Andrea Zauner-Dungl

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02.12.2025

Schon im Alter zwischen sechs und 13 Jahren besitzen Kinder ein eigenes Smartphone. Viele Eltern nutzen das Handy als „digitales Parken“, um Momente der Ruhe zu schaffen. Doch was kurzfristig entlastet, kann langfristig problematisch sein. Studien zeigen, dass Kinder, die regelmäßig mehr als eine Stunde ­täglich ohne elterliche Begleitung am Smartphone verbringen, Veränderungen in der weißen Gehirnmasse aufweisen, also in jenen Bereichen, die für Lern- und Denkprozesse entscheidend sind.

Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn Eltern ständig auf ihr Handy schauen, übernehmen sie ­dieses Verhalten unbewusst, aber konsequent. Sogenanntes „Phubbing“, also die Vernachlässigung ­sozialer ­Interaktion zugunsten des Smartphones, trifft Kinder besonders hart. Erzählt ein Kind begeistert von einem Erlebnis, während die ­Eltern ge­dankenverloren Nachrichten lesen, entsteht das Gefühl, nicht gehört zu werden. Fehlt wiederholt ungeteilte Aufmerksamkeit, kann das zu Un­sicherheit, Stress und emotionaler Distanz führen. Denn Sprache, ­Kognition und Empathiefähigkeit entwickeln sich am besten durch ­direkten Austausch.

Chancen und Risiken

Natürlich hat die digitale Welt auch Vorteile. Erreichbarkeit schafft Sicherheit, und der Einsatz von Tablets oder Lern-Apps kann den Schulalltag bereichern. Entscheidend ist jedoch die Dosis. Experten empfehlen, die Bildschirmzeit klar zu begrenzen und Medien bewusst und gemeinsam zu nutzen.

Gerade Kleinkinder unter drei Jahren benötigen besonderen Schutz: Schnelle Bildfolgen und unverständliche Inhalte führen leicht zu Reizüberflutung. Man stelle sich vor, man wäre täglich mit Bildern und Geräuschen konfrontiert, deren Bedeutung man nicht begreift – ein Zustand ­permanenter Überforderung.

Eine Langzeitstudie, veröffentlicht im „Journal of Human Development and Capabilities“, zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen früher Smartphone-Nutzung (vor dem 13. Lebensjahr) und psychischen Belastungen im jungen Erwachsenenalter. Betroffene Jugendliche berichten häu­figer von Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen und depressiven Symptomen. Positiv ist: Reduziert man den Medienkonsum, bessern sich diese Beschwerden meist deutlich.

Auch der Körper leidet unter exzessiver Nutzung. Immer mehr Kinder klagen über Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen. Die nach vorn geneigte Haltung beim Blick aufs Display erzeugt eine Zugbelastung von bis zu 23 Kilogramm auf die Halswirbelsäule. Die Folgen reichen von Muskelverspannungen über Fehlhaltungen bis hin zu Beeinträchtigungen von Atmung und Verdauung, da durch die ­gekrümmte Körperhaltung Brust- und Bauchraum eingeengt werden.

Regeln schaffen Sicherheit

Neben technischen Schutzmaßnahmen, etwa Kindersicherungs-Apps, braucht es klare, gemeinsam erarbeitete Regeln. Hilfreich sind:

  • Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit auf maximal zwei Stunden bei Jugendlichen
  • Regelmäßige Bewegungspausen, idealerweise an der frischen Luft
  • Lockerungsübungen zur Entlastung von Nacken und Rücken
  • Bewusstes Achten auf ergonomische Haltung
  • Das Smartphone nachts außer Reichweite aufbewahren

Wichtiger als Verbote ist der Dialog. Wer Regeln gemeinsam aufstellt, erhöht die Akzeptanz und vermittelt Verantwortung. So lernen Kinder, ­digitale Medien als wertvolle, aber ­begrenzte Begleiter zu nutzen, nicht als Ersatz für echte Begegnung.

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